Standard als Antwort
by admin on Sep.21, 2009, under Gesellschaft
Seit einigen Jahren spuken einige Begriffe durch die deutsche Pflegelandschaft. Kein Seniorenheim kommt mehr ohne sie aus. Die Standards. Von den einen verhasst, von den anderen als arbeitserleichternd heiß geliebt. Wie man sie auch bezeichnen soll, sie bleiben Theorie. Solange die Mitarbeiter eines Hauses die Standards nicht mit Leben füllen und nicht mit ihnen arbeiten, kann man sich auch die Mühe sparen, um Expertenstandards zu entwickeln. Wenn man einen Altenpfleger fragt, was denn im Expertenstandard Sturzprophylaxe geschrieben steht, möchte man fast wetten, dass nur die wenigsten wissen, dass es so etwas überhaupt gibt. Es gibt sie sogar für Dekubitusprophylaxe oder Harnkontinenz. Es ist eben eine ganz andere Liga als die normalen und gebräuchlichen Pflegestandards. Diese setzen für jedes Haus ganz individuell die Pflegeabläufe einzelnen Handlungen fest. Sie umfassen nicht nur die Ganzkörperwäsche oder das Zähneputzen, nein auch Verbände werden hier gelistet. Nun machen es sich aber einige Pflegekräfte sehr leicht und spicken die Pflegeplanungen mit Zahlen und Abkürzungen für die Standards. Sicher, so braucht man wesentlich weniger Zeit. Aber derjenige, der das Pamphlet dann liest und danach arbeiten soll, der schaut ins Rohr. Denn nun muss man den ganzen Ordner mit den einzelnen Standards auswendig wissen um nicht verloren zu sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Standards nicht mehr wegzudenken sind. Sie geben der täglichen Arbeit im Pflegeheim Struktur und verleihen einen rechtlich abgesicherten Rahmen. Man kann sich auf sie berufen und sie anwenden. Man soll sie eben mit Leben füllen. Standard als Antwort hat vielleicht schon bald ausgedient, wenn man sich für seinen Beruf interessiert.